Vorsorgeuntersuchungen

Gesetzlich Krankenversicherte haben das Recht auf kostenlose Vorsorgeuntersuchungen. Diese konzentrieren sich auf solche Erkrankungen, die bei Früherkennung gut behandelt werden können, sodass sich schwere Folgeschäden oft vermeiden lassen. In der deutschen Todesursachenstatistik 2024 belegen chronisch-ischämische Herzkrankheit, akuter Herzinfarkt und Herzschwäche sowie Krebserkrankungen die oberen Plätze.

Folgende Vorsorgeuntersuchungen führen wir in unserer Praxis mit anschließender qualifizierter Beratung durch:

Check-up 35

Die Möglichkeit zur Gesundheitsuntersuchung, einem „Check-up“ alle drei Jahre ab dem 35. Lebensjahr, nutzen derzeit weniger als 20 Prozent aller Frauen und Männer. Der Check-up dient der Früherkennung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie von Nierenerkrankungen und Diabetes.

Er beinhaltet ein Anamnesegespräch, körperliche Untersuchungen, die Messung von Kreislaufparametern sowie die Überprüfung bestimmter Blut- und Urinwerte. Außerdem überprüfen wir Ihren Impfpass und beraten zu weiteren notwendigen Vorsorgeuntersuchungen.

Darmkrebs-Früherkennung

Patienten ab 50 Jahren erstatten die gesetzlichen Krankenkassen die Früherkennung von Darmkrebs, wozu verschiedene Untersuchungen offenstehen: eine Darmspiegelung oder ein Stuhltest auf nicht sichtbares Blut.

  • Darmspiegelung: Die Darmspiegelung oder Koloskopie ist derzeit die zuverlässigste Untersuchung, um Darmkrebs und seine Vorstufen zu erkennen. Die Ärztin oder der Arzt schaut dabei den Darm mit einem Endoskop von innen an. Krebsvorstufen können sie bei der Untersuchung sofort entfernen. Gesetzlich krankenversicherte Männer und Frauen können zwei Darmspiegelungen im Abstand von zehn Jahren durchführen lassen.
  • Test auf nicht sichtbares Blut im Stuhl: Wer keine Darmspiegelung vornehmen lassen möchte, kann alle zwei Jahre einen Stuhltest machen. Denn: Darmtumoren bluten häufiger als gesunde Darmschleimhaut. Sogenannte immunologische Stuhltests weisen auch kleinste Blutmengen im Stuhl nach, die mit bloßem Auge nicht sichtbar sind.
  • Wir bieten dazu eine intensive Beratung, den Stuhltest können Sie bei uns durchführen lassen. Wir empfehlen Ihnen gerne eine fachärztliche Praxis für Gastroenterologie für die Vorsorgekoloskopie.

Hautkrebs-Screening

Ab dem 35. Lebensjahr können gesetzlich Versicherte alle zwei Jahre kostenlos eine Hautkrebs-Vorsorgeuntersuchung in Anspruch nehmen. Auch wir bieten Ihnen ein Hautkrebs-Screening an, das folgende Schritte beinhaltet:

  • gezielte Anamnese
  • visuelle (mit bloßem Auge), standardisierte Ganzkörperinspektion der gesamten Haut einschließlich des behaarten Kopfes und aller Körperhautfalten
  • Aufklärung, Beratung und gegebenenfalls Überweisung an eine fachärztliche Praxis für Dermatologie

Screening auf Bauchaorten-Aneurysma

Die Bauchschlagader – auch Bauchaorta genannt – ist das größte Blutgefäß im Bauch. Mit zunehmendem Alter kann ihr Gewebe weniger stabil werden. Manchmal dehnt sich die Schlagader an einer Stelle deutlich und es bildet sich eine Ausbuchtung – ein sogenanntes Aneurysma. Betroffene merken davon nichts. Es besteht jedoch das Risiko, dass das Aneurysma reißt, eine lebensbedrohliche Situation.

Männer sind wesentlich häufiger von einem Bauchaorten-Aneurysma betroffen als Frauen. Wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge haben etwa zwei Prozent aller Männer zwischen 65 und 75 Jahren ein Aneurysma der Bauchaorta, vor allem wenn sie langjährige Raucher sind.

Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen Männern ab 65 Jahren eine einmalige Ultraschalluntersuchung zur Früherkennung. Lassen Sie sich gerne bei uns beraten.

Prostatakrebsvorsorge

Prostatakrebs ist die häufigste Krebsart bei Männern in Deutschland, mit rund 60.000 bis 75.000 Neuerkrankungen pro Jahr. Meist tritt er bei Männern über 60 Jahren auf, mit einem mittleren Erkrankungsalter um 70 Jahre.

Alle Männer ab 45 Jahren können einmal im Jahr eine Prostata- und Genitaluntersuchung in unserer Praxis wahrnehmen. Für gesetzlich Versicherte beinhaltet dies gezielte Anamnese (zum Beispiel Fragen nach Veränderungen/Beschwerden), Inspektion und Abtasten des äußeren Genitals, Tastuntersuchung der Prostata (vom Enddarm aus) und Tastuntersuchung der regionären Lymphknoten. Wir empfehlen zusätzlich die Bestimmung des Tumormarkers PSA. Dies können wir aktuell nur als freiwillige Selbstzahlerleistung anbieten – eine Kostenübernahme zu Vorsorgezwecken durch die gesetzlichen Krankenkassen ist derzeit (noch) nicht möglich.

Die Krebsvorsorge für Frauen übernimmt in der Regel der Fachbereich Gynäkologie. Sie können sich selbstverständlich hierzu von uns beraten lassen.